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Prekär beschäftigt? - Problem bis in die EU-Ebene bekannt.

Mit Abschluß der DGB-Veranstaltung blieben noch 90 Minuten bis 17.00 Uhr, dem Beginn der Podiumsdiskussion im Pferdestall, dem zweiten Veranstaltungsteil an diesem Tag. In mehreren Monaten zielstrebig vorbereitet, war es uns gelungen, die gewünschten Gastredner zu bekommen.

Pferdestall? - Eine Jugend- und Familieneinrichtung. Genauer: Sozio-kulturelles Zentrum „Pferdestall“, Neustraße 10a (Am Schwanenteich).

 

 

Mit Abschluß der DGB-Veranstaltung blieben noch 90 Minuten bis 17.00 Uhr, dem Beginn der Podiumsdiskussion im Pferdestall, dem zweiten Veranstaltungsteil an diesem Tag. In mehreren Monaten zielstrebig vorbereitet, war es uns gelungen, die gewünschten Gastredner zu bekommen.
Pferdestall? - Eine  Jugend- und Familieneinrichtung. Genauer: Sozio-kulturelles Zentrum „Pferdestall“. Neustraße 10a (Am Schwanenteich).
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Der Raum im Dachgeschoß.

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Kurz vor 17.00 Uhr - Vorbereitungen.
      

Und dazu gehört für Wolfram das obligatorische Aushängen seiner Informationsmaterialien zum jeweiligen Thema. Damit ist der Veranstaltungsraum auch eingestimmt.
Welches lautet: Prekäre Beschäftigungen. Was bedeutet, daß der Arbeitslohn für den Lebensunterhalt unzureichend ist und durch die staatlichen Behörden ergänzt wird. Ein kleiner Nachteil dessen, daß wir es ja alle billig mögen. Und ein großer Vorteil für auch all die Firmen, die sich normale Lohnzahlungen aus ihren Wertschöpfungen leisten könnten. (Setzt anständige Firmen unter Druck - sehr unchristlich). Wie gut wäre der gesetzliche Mindestlohn. Nur die Belegschaft der Branchen, die sich eine sofortige Lohnumstellung auf Mindestlohn nicht leisten können, müßte staatliche Zuschüsse erhalten. Was, denke ich, für selbigen Staat preiswerter ausfallen müßte. Aber vielleicht stimmt die Feststellung, daß es alle billiger möchten ja auch nicht. Ob das auch Drogeriebesitzer verstehen? Über den Zusammenhang von Kaufkraft in der örtlichen Bevölkerung und dem Umsatzaussichten im Mittelstand erzähle ich aber nun nichts.


Verkehrsbedingt etwas später um 17.15 Uhr eröffnet.

Zur Eröffnung hielt Rainer Zimmermann eine kurze Einführung und Wolfram stellte anschließend die Gäste vor.

 Es sind:

Edith Weckebrodt

Klaus
Dräger,
Mitarbeiter der (GUE/NGL)

Annelie Buntenbach,
DGB Bundesvorstand
Wolfram Altekrüger

Edeltraud
Rogée,
AG „BuG“,
MdL

Den ersten Beitrag hielt Annelie Buntenbach. Mitglied im Bundesvorstand des DGB. 
Danach Edeltraud Rogée und Klaus Dräger. Edith Weckebrodt berichtete über Erfahrungen als Geringverdiener.

Edeltraut Rogée mit einer Präsentation.

             

Statistisches Material aus Sachsen-Anhalt vorgetragen von Edeltraud Rogée. Der zweite Beitrag in der Diskussionsreihe. 


Aus den Inhalten der Redebeiträge

      

  • Annelie Buntenbach<//u>
    - zunehmenden Niedriglohnbereich
    - positive wirtschaftliche Entwicklungen kommen in diesem Bereich nicht an
    - CDU bremst Mindestlohngesetz
    - Leiharbeit, ein Faktor für prekäre Beschäftigungsverhältnisse (mit Ausnahmen)
    - 850 000 Menschen in prekärer Beschäftigung
    - Leiharbeit von der Politik für das Abfangen von Produktionsspitzen gedacht
    - Realität führt zu Stammpersonalabbau
    - Vorstellungen gescheitert: Stammbelegschaft (normale Produktion) +
      Randbelegschaft (Spitzen abfangen bei weniger Lohn) = Arbeitsplatzsicherheit
    - die Aufspaltung der Belegschaft war falsch (ungerecht, Erpressungsinstrument)
    - innerbetriebliche, tarifvertragliche und politische Möglichkeiten nutzen

      innerbetrieblich:
      - Notwendigkeit der Gewerkschaftsarbeit in Firmen
      - Organisationsgrad erhöhen
      - Gewerkschaft muß beide Gruppen vertreten
      - Gewerkschaft muß Vorgang rückgängig machen
      tarifvertragliche:
      - Tarifvertragsregelungen gelten auch für Leiharbeiter
      - Tarifverträge der Entleihbranchen gelten
      - Tarifabschlüsse der Firmen mit Scheingewerkschaften (nach Religion
        organisierte Arbeitnehmervereinigungen) ablehnen  
        (kein Gesamtvertretungsrecht)
      politisch: 
      - gesetzliche Regelungen beschließen, überwachen
      - Nichteinhaltung sanktionieren

  • Edeltraud Rogée
    - Informationen mit statistischem Material aus Sa.-Anh.
    - Niedriglohnbeschäftigtenentwicklung 1995 - 2006
    - Niedriglohnanteil nach Qualifikation (ohne Ausbildung, Beruf, Hochschule)
    - Größenentwicklung der Verleihfirmen
    - Sozialversichertenbeschäftigte 1993 - 2006
    - Zahlen zu Beschäftigten in Leiharbeit (11000 in 80 Unternehmen,
      Anteil bis zu 60%)
    - Regelierung der Leiharbeit notwendig
    - gleiche Arbeit gleicher Lohn
    - gleiche Arbeitsbedingungen
    - vielfältige Anträge in Bundestag und Landtag zum Thema (gesetzlicher
      Mindestlohn, Niedriglohn, Zeitarbeit, Bürgerarbeit, HartzIV, Ladenschluß,
      Personalabbau,… )
    - Ziel: Neuer Bundestag bringt gesetzlichen Mindestlohn, hohe Wahlbeteiligung
      erreichen

  • Klaus Dräger
    - zum Nachfolgedokument des Verfassungsvertrages, den Vertrag von Lissabon,
      90% gleicher Inhalt
    - bestehender Vertrag (von Nizza) mit seinen Inhalten mehrfach vor
      europäischen Gerichtshof, kontra zu Landesverfassungen
    - Grundrechte in Landesverfassungen über EU-Verfassungsverträge aushebelbar
      (Beispiele aus BRD, Finnland, Schweden)
    - Ausführungen zu EU-Binnenmarkt
    - Kinderarmut (90 Millionen )
    - Flexicurity-Richtlinien
     

Im Anschluß…

    

…konnten die Teilnehmer ihre Meinungen und Fragen darlegen. Sie hatten folgende Inhalte:

  • Der Höhe der Regelsätze
  • Entwicklung der Leiharbeiterbranche
  • Keinen Tarif zahlen (Q-Cell)
  • Betriebsrat verhindern (Q-Cell)
  • Landesfördermittel bekommen (Q-Cell)
  • Eigene Erfahrungsberichte aus Firmen
  • Leistungsmißbrauch durch Firmen, keine Strafen
  • 1 € Tätigkeiten auch für Privatfirmen?
  • Tätigkeitsauslagerungen auch im öffentlichen Dienst


Um 19.30 Uhr war die Veranstaltung beendet.

(mar)

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