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Keine Rolle rückwärts in die Erstaufnahme, sondern Unterbringung in Wohnungen vor Ort - aktionistisches Vorgehen der Landesregierung ist Bärendienst für unterstützenswertes Ziel, Unterbringung in Turnhallen zu beenden.

Zur Ankündigung des Landesinnenministeriums, bereits dem Landkreis zugewiesene Flüchtlinge in den Notunterkünften Griebo und Holzdorf zurück in die Erstaufnahmeunterkünfte Kretzschau und Naumburg unterzubringen, erklärt Mareen Kelle, stv. Vorsitzende der Linksfraktion im Kreistag:

Zur Ankündigung des Landesinnenministeriums, bereits dem Landkreis zugewiesene Flüchtlinge in den Notunterkünften Griebo und Holzdorf zurück in die Erstaufnahmeunterkünfte Kretzschau und Naumburg unterzubringen, erklärt Mareen Kelle, stv. Vorsitzende der Linksfraktion im Kreistag:

“Mit einem weinenden und einem lachenden Auge nahmen wir heute zur Kenntnis, dass das Land Sachsen Anhalt die Kommunen vor Ort, gerade in der Weihnachtszeit, entlasten möchte.

Die Entscheidung, dem Landkreis kurzzeitig keine Flüchtlinge mehr zuzuweisen, ist richtig. Die Rückführung der hier in den Turnhallen lebenden Menschen in die Jugendherbergen in Naumburg und Kretzschau ist jedoch übereilt. Prinzipiell begrüßen wir, dass unsere Flüchtlinge aus einem Leben in den Turnhallen heraus kommen. Aber das Vorgehen der Landesregierung, in einer Nacht- und Nebelaktion dieses Vorhaben umzusetzen, ist herzlos und falsch.

Zum einen wäre es sinnvoller gewesen, die noch existierenden freien 127 Wohnungsplätze mit bereits zugewiesenen Flüchtlingen aus den Turnhallen zu belegen. Damit hätte die überwiegende Anzahl der Flüchtlinge bereits aus der Turnhalle in Wohnungen ziehen können. Zum anderen wäre es angezeigt, Menschen, die bereits begonnen haben, sich im Landkreis zu integrieren, in Vereinen zu agieren und hier gerade mit einem Deutschkurs begonnen haben, nicht aus ihrem Umfeld zu reißen. Das übereilte und aktionistische Vorgehen ist ein Schlag ins Gesicht all der ehrenamtlichen Helfer, die sich tagtäglich für die Flüchtlinge eingesetzt haben, denn deren Arbeit vor Ort war nun umsonst. Diese Landesregierung agiert unüberlegt und herzlos, ohne jegliches Konzept, auf Kosten der Flüchtlinge und der Bürgerinnen und Bürger, auf Kosten von Menschen. Dem unterstützenswerten Ziel, die Notunterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen zu beenden, wurde damit ein Bärendienst erwiesen.”

Wittenberg, 11.12.2015

Mareen Kelle
(stv. Kreistagsfraktionsvorsitzende)

 

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