Kürzungspläne verkennen nicht nur Investitionsbedarf bei Sportstätteninfrastruktur
Die Landesregierung beabsichtigt, in den kommenden Jahren die Sportförderung deutlich zu reduzieren. Dazu erklärt der sportpolitische Sprecher der Fraktion Uwe Loos:
Die Landesregierung beabsichtigt, in den kommenden Jahren die Sportförderung deutlich zu reduzieren. Dazu erklärt der sportpolitische Sprecher der Fraktion Uwe Loos:
„Die Kürzungen im Sportetat, wie sie von Ministerpräsident Haseloff (CDU) und seinem Finanzminister Bullerjahn (SPD) in dieser Woche vorgeschlagen wurden, können bei den Sportlerinnen und Sportlern in Sachsen-Anhalt nur auf kopfschüttelndes Unverständnis stoßen, wie bereits die Reaktion des Präsidenten des Landessportbundes zeigt.
Schaut man allein auf den Investitionsbedarf, der für die Unterhaltung, Sanierung und Instandsetzung der Sportstätten zwischen Arendsee und Zeitz notwendig ist, erscheinen die Zahlenvergleiche der Landesregierung kaum nachvollziehbar. Nimmt man die quantitativen Mindeststandards für Sportanlagen der Deutschen Olympischen Gesellschaft zum Maßstab (Die Richtwerte betragen je 1.000 Einwohner durchschnittlich 4.200 m² bei Sportplätzen, bei Sporthallen 224 m², bei Freibädern 71 m² und bei Hallenbädern 17 m²), ergibt sich für den Sportstättenneubau ein Nachholbedarf in Sachsen-Anhalt in dreistelliger Millionenhöhe. Daneben ist im Bereich der energetischen Gebäudesanierung und der Herstellung der Barrierefreiheit ein zusätzlicher Erweiterungsbedarf nicht zu übersehen, der auch strukturellen Anpassungen der Sportstätten, etwa an das geänderte Freizeitverhalten, Rechnung tragen muss. Nicht zu vergessen ist, dass guter Sport auch gute Trainerinnen und Trainer benötigt.
Vor diesem Hintergrund erscheinen die Sparvorschläge der Landesregierung geradezu abenteuerlich und wie eine Flucht aus der Verantwortung, nachdem erst im Dezember das neue Sportfördergesetz verabschiedet wurde. Hinzu kommt, dass die Landesregierung im Jahr 2012 mehr als 1 Mio. Euro nicht für Investitionen im Sportbereich einsetzte, obwohl diese Mittel dafür im Haushalt bereitgestellt waren. Dieses Agieren der Koalition hält DIE LINKE für unverantwortlich. Sie fordert die Landesregierung auf, nicht nur im Hinblick auf den Investitionsbedarf bei den Sportstätten, die vorgelegten Kürzungspläne zurück zu nehmen. Sie steht gegenüber dem Sport im Wort.“
Magdeburg, 21. März 2013
